Donnerstag, 5. November 2015

Der Geschicklickeitsparcours - Praktisches für den Alltag

Liebe Leser,

unser diesjähriges Hofturnier hat wieder so viel Spaß gemacht! Wie jedes Jahr gab es einen Geschicklichkeitsparcours mit Spaßcharakter. Ihr könnt euch das vorstellen wie einen Western Trail mit Elementen bei denen es eher um Glück als um reiterliches Können geht. Und natürlich viel ungezwungener, lustiger und mit weniger Druck. Der Spaß steht bei uns im Vordergrund.

Nichts desto trotz zeigen einzelne Hindernisse wie rittig unser Pferd ist. Vieles lohnt sich zu beherrschen und kann uns unterwegs helfen. Vielleicht gehört der Western Trail gerade deswegen zu meinen "Lieblingsdisziplinen". Heute möchte ich euch ein paar der Herausforderungen vorstellen, die wir am Hofturnier (mehr oder weniger) gemeistert haben und welchen Nutzen sie haben.



Glücksfaktor Entchen Angeln
- Calando wollte lieber das Wasser leer trinken.

Foto: Jutta S.-B.





Vertrauen

Unabhängig von der Art des Hindernisses und der Aufgabe, hilft so ein Parcours das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd zu stärken. Es zeigt auch auf, wieviel Vertrauen bereits vorhanden ist. Es fordert vom Reiter sein Pferd einschätzen zu können. Er muss wissen, wie weit er gehen darf, wann er mit einem Lob aufhören sollte oder ob er sogar einen Schritt zurückgeht und die Aufgabe lieber vom Boden aus bewältigt.


Calando geht zwar durch jede Pfütze, aber der Wassergraben
war uns doch eine Nummer zu groß. Foto: Jutta S.-B.


Werden große Aufgaben in kleine Schritte unterteilt, werden sich im Training bald Erfolgserlebnisse zeigen. Das stärkt zum einen das Vertrauen des Pferdes in den Reiter und wiederum das Vertrauen des Reiters in das Pferd, in sich selbst und die Partnerschaft. Zudem macht es auch einfach wahnsinnig viel Spaß!

Abwechslung

Ein, zwei Hindernisse in der Reitbahn bringen Abwechslung in das Training auf dem Platz und helfen dem Pferd manchmal sogar, gewisse Aufgaben zu verstehen. Pferde die oft unkonzentriert sind oder Schabernack im Kopf haben, sind oft besser bei der Sache und sehen einen Sinn in den Aufgaben, die sie zu bewältigen haben.


Ich bin ein Fan von Pylonen! Foto: Jutta S.-B.


Hier sind einige der Hindernisse, die wir bewältigen mussten:

Stangensalat

Man nehme ein paar einfache Springstangen und legt sie nicht gerade, sondern schief in verschiedenen Höhen auf den Boden. Gerade und gleichmäßig kann ja jeder! Das Pferd muss sich den Weg bahnen - nützlich zum Beispiel wenn man bei einem Ausritt über herabgefallenes Geäst steigen muss.

Die Brücke und die Wippe

Bei uns im Gelände habe ich soetwas zwar noch nicht gesehen, aber in Kanada kam die Situation durchaus mehrmals vor. Auf einem Ausritt muss ein Bach mittels einer hölzernen Brücke überquert werden. Für viele Pferde ist das unangenehm: Es sieht komisch aus und hört sich noch komischer an. Zu Hause geübt lernt das Pferd, dass es gar nichts schlimmes ist und der Reiter geht bestärkt aus der Übung hervor: Er fühlt sich sicherer und ist im Ernstfall gelassen. Er weiß, dass sein Pferd diese Aufgabe meistern kann.


Foto: Jutta S.-B.


Das Tor

Vielleicht ist das eine Aufgabe für Faule. Man könnte schließlich ja auch absteigen. Aber wer will das schon? Ich sitze für meinen Teil sehr gerne im Sattel und finde es toll, wenn man es schafft das Tor vom Pferderücken aus zu öffnen, zu durchreiten und zu schließen. Die Übung zeigt vorallem wie gut das Pferd auf die Hilfen reagiert: Es muss vorwärts, seitwärts und rückwärts gehen, sowohl Vor- und Hinterhandwendung beherrschen. Wir müssen wissen, wie wir im richtigen Maß Vor- und Hinterhand unabhängig voneinander bewegen können. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich ggf. auf einer Seite hinunterbeugen muss und schief sitzt, um das Tor festhalten zu können.


Foto: Jutta S.-B.


Parallel liegende Stangen

Sie helfen uns beim geraden Rückwärtsrichten und zeigen mit einem lauten "Klonk" vor allem deutlich, wenn wir es noch nicht richtig drauf haben. Das ganze gibt es auch noch um die Ecke, z.B. mit einem "Stangen-L". Fortgeschrittene können an dieser Stangenform auch eine Volltraversale zeigen.


Foto: Jutta S.-B.


Bällebad

Es war das am heißesten diskutierte Hinderniss am Hofturnier (vielleicht abgesehen vom Wassergraben). Die Light-Version wäre sein Pferd über eine Plastikplane zu reiten, was sicher die meisten als Gelassenheitsübung kennen. Liegen auf der Plane allerdings noch bunte Plastikbälle oder alternativ Plastikflaschen, dann braucht man doch ein wenig mehr Überzeugungskraft. Viele von uns waren positiv Überrascht, dass unsere Pferde ohne vorher geübt zu haben hindurch gegangen sind. Das ist mal ein Vertrauensbeweise und hat auch Calando und mich als Team gestärkt.

Es gibt noch so viele schöne andere Übungen, die den Reitplatz zum Spielplatz machen. Vielleicht versucht ihr es ja auch mal, z.B. wenn bald der Winter vor der Tür steht (ich mag gar nicht dran denken), die Wege vereist sind und man mehr Zeit in der Reithalle als an der frischen Luft verbringen muss.


Foto: Jutta S.-B.


Was sind eure Lieblings-Trail-Hindernisse?

Vielleicht sind ja ein paar neue Ideen für unser Turnier im nächsten Jahr dabei! Ich freue mich auf eure Antworten - als Kommentar unter dem Post, bei Facebook oder unter ropingmydream@gmx.de !

Bis zum nächsten Mal,

Nina

Kommentare:

  1. Ich liebe das Tor. Wir sind das im Urlaub geritten, und es ist großartig, das in einem Fluss reiten zu können. Ich finde auch, dass diese Hindernisse generell Pferden ein Gefühl für Sinn und Zweck geben. Müsste man viel häufiger machen. Sollten wir hier noch mal einen Spieletag veranstalten, werde ich auf jedenfall eure Riesenpfütze aufgreifen. Das ist eine klasse Idee :) VG! Nadja

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    1. Hallo Nadja, das Tor ist auch eines meiner Lieblingshindernisse. Freut mich, dass ich dich mit der Riesenpfütze inspirieren konnte! Das gruseligste daran waren vermutlich die schwarzen Gummimatten, die gegen das Rutschen darin lagen. Dadurch hat es stark gespiegelt.
      LG Nina

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  2. Oh wie schön =) Das Hofturnier sah dieses Jahr vom Wetter viel freundlicher aus. Und schöne Bilder habt ihr auch gemacht.
    Leider hab ich kein Pferd dafür, aber ich kann ja nächstes Jahr mit Caramell dran teilnehmen :-D Macht am besten noch eine Disziplin die heißt "Von Wasserbottich auf Wasserbottich springen" und wir gewinnen das Ding :-P

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    1. Ihr könnt ja außer Konkurrenz starten ;)
      Oder wir machen eine extra Ziegen-Klasse auf!

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